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Nun, willkommen auf meiner kleinen Seite, auf der ich versuchen werde, meine Gedanken auf das virtuelle Blatt zu bringen...

Ich bin ein Mensch, der viel nachdenkt, doch dabei nie vergisst, wie wichtig es ist, sich nicht in den Fragen nach dem Sinn des Lebens als solches zu verlieren. Man darf nie vergessen, wie wichtig es ist, das Leben mit vollen Zügen zu genießen und der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen.

Mir passiert es jedoch oft, dass ich mir anfange Gedanken zu machen... über alle möglichen und unmöglichen Themen, die mir in diesem besagten Moment durch den Kopf schießen. So will ich heute Nacht damit anfangen, einfach aufs gerade Wohl drauf los zu schreiben... Ich werde ab und zu neues schreiben...

Der Mensch bleibt verliebt in sein Leben- bis zum Tode. Er stirbt, wird zur Erinnerung und bleibt diese auf Ewigkeit, meist jedoch nur bis zum Tode seiner Erinnernden, wenn diese sterben, werden diese zu dem eben genannten und so weiter... Eine ewige Kette der Erinnerung.
Faszinierend, wie nichtig hierbei der Mensch als solcher doch ist- und bleibt.
So viele Dinge passieren im Leben, und immer stellt man sich die gleiche Frage: Warum?
Ist es Schicksal, dass es so ist, wie es ist? Bestimmung oder doch Zufall? Wüsste man dies, dann hätte man den Sinn im Leben gefunden, doch so frage ich mich: Nach was sucht der Mensch dann?
Der Mensch will immer das, was er nicht hat und nicht erreichen kann. Doch wenn er dieses Verlangen vielleicht doch zu stillen vermag, sucht er sich das nächste zu Begehrende.
Wenn die Menschheit sich also mit dem zufrieden geben würde, was sie hat und versuchen würde, damit glücklich zu sein- hätte man dann den Sinn gefunden?
Ironischerweise verbinde ich jetzt das Abbrechen der Suche nach dem Sinn mit dem Finden des selbigen. Vielleicht ist das Leben auch genau das: Eine große, erstickende Ironie.

Enttäuschung- jeder kennt sie und jeder fürchtet sie. In jeder Hinsicht. Der Schmerz, der einem die Kehle zuschnürt, der alle Glieder zu gefrieren lassen scheint, der das Herz- wenn auch nur für einen Wimpernschlag- auszusetzten lassen scheint, ist einer der schlimmsten Ängste die ich selbst inne habe. Man sagt, Angst warne einen vor Gefahren, doch so frage ich mich: Wenn man sich nie auf Vertrauen einlässt und sich nur verschließt und sich versteckt, wie kann man so glücklich werden? Ich glaube nicht, dass es funktionieren würde. Nicht für mich. Nicht für mein Leben.

Lieber vertrauen und enttäuscht werden, als niemals geliebt zu haben, würde ich sagen. Unglaublich, es fasziniert mich immer wieder, dass ich alles nur auf Liebe beziehe. Es scheint, gar kein anderes Gefühl in mir zu geben als dieses. Warum?
Wieder drängt diese hohle Frage in mir auf, die ich nicht zu antworten vermag...
Warum vergisst man, wie wichtig eine Sache ist, wenn man sie eine Weile hat? Warum sieht man grundsätzlich nur dann, wie wichtig ein Mensch oder eine Sache ist, wenn man dieses Individuum oder dieses Objekt nicht mehr zu besitzen vermag?

Warum...


Das Leben ist zweifellos sehr schwer zu verstehen. Vielleicht kann man es nie verstehen, vielleicht wird eines Tages jemand behaupten können, er verstünde, warum wir leben und wozu. Ich bezweifle es allerdings, denn das Leben dreht sich so schnell und vorallem zu so krassen Gegensätzen. Aus Trauer und Leid wird Glückseeligkeit. Glückseeligkeit- ein Wort, das ich bisher nie benutzte, doch seit dem Film "Das Streben nach Glück" nicht mehr aus meinem Gehirn zu weichen scheint. Glückseeligkeit. Auch Glückseligkeit. Doch mit zwei 'e' wird es gefühlvoller, irgendwie menschlicher... Die Seele ist glücklich... Glückseeligkeit. Seltsam, wie schnell qualvolle Dinge zu eben jener werden können. Menschliche Wärme und Zärtlichkeit ist das magischste, was ich je erlebt habe. Nichts mir bekanntes vermag es, so starke und tiefe Gefühle hervorzurufen, nichts vermag es, Gefühle so schnell um 180° zu drehen. So finster und dunkel es manchmal im Leben auch zu sein scheint und so tief die Trauer auch ist, egal wie groß dieses schwarze, unsagbar finstere Loch auch ist, es wird immer etwas geben, das einem Halt gibt und hilft, wieder klar zu denken. Man weiß nie, welche Dinge und vorallem welche Personen zum Weitermachen bewegen, aber diese wird es immer geben. Ob Glauben, Liebe, Freundschaft- so viele menschliche Dinge, für die es ebenso wenig eine 'richtige' Definition gibt, können Menschen zu mehr oder weniger unglaublichen Dingen bewegen. Also sollte man auch nie aufhören, an diese Dinge zu glauben und an ihnen festzuhalten...

Und so schnell sich das Leben zum Guten wendet, so schnell wendet es sich auch wieder zum Schlechten hin... Alles, was einen Sinn ergab, was einem so wichtig zu sein scheint, löst sich auf einmal in Schall und Rauch auf, als wäre es wohl nie real gewesen...
Es gibt so viele Fragen im Leben und so wenig Antworten, doch eine Antwort, auf eine Frage, die man zu stellen nicht fähig ist, ist und bleibt nunmal unmöglich. Doch wäre es vielleicht diese eine Antwort, wenn man doch imstande wäre, seine Gefühle und somit auch die Frage richtig auszudrücken, die einem Glückseeligkeit bringt.
Wie oft lügen wir Menschen? Keine unbewussten "Notlügen", die jeder mal macht... Wann lügen wir, vertuschen die Wahrheit in übelstem Maße, betrügen das Vertrauen des anderen und schaffen dort die Enttäuschung? Zu oft, wie ich denke... Zu leichtfertig sagt man Dinge, die für manch andere viel mehr bedeuten, als man es sich vorstellen kann.
Vielleicht sind es wirklich die kleinen Dinge im Leben, die es lebenswert machen, vielleicht sind es auch die kommerziellen Dinge, nur die Menschen wollen sich hinter ihrer Pseudo-Moral verstecken, vielleicht hat das Leben auch einfach keinen Sinn und wir müss(t)en es aktzeptieren... Ich kann die Antwort auf diese Frage nicht liefern, noch will ich diese kennen....

Weg von den Gedanken über den schnellen Wechsel im Leben. Zurück zu etwas Stetigem, etwas Konstantem: Gefühle.
Was bedeuten Gefühle in der heutigen Zeit? Was macht sich der Großteil der Menschheit denn aus den Gefühlen anderer... Wohl leider viel zu wenig, als nötig wäre, um Glückseeligkeit zu finden. Umso glücklicher bin ich, wenn ich sehe, dass ich jemanden gefunden habe, dem Gefühle und Musik alles andere als egal sind.
Auch hier ist dieses Gefühl- Liebe- konstant und immer anwesend. Natürlich nichts Schlechtes. Doch genauso kommt die Einsamkeit und die Sehnsucht, falls die Person ungreifbar fern scheint. Wieder zerfrisst einen dieses abgrundtief böse Gefühl der Leere- Einsamkeit.
Ich habe schon so viel über die Einsamkeit und andere Gefühle nachgedacht, doch alle samt sind sie so rätselhaft wie die Erde selbst.
Obwohl das Leben so wechselhaft und manchmal verwirrend scheint- es gibt immer Dinge, die nicht zu weichen scheinen. Das Leben- vorallem die Liebe- hat so viele Facetten und so viele Punkte, an denen man eben genanntes definieren könnte. Umso mehr zermalmt es mich, wenn ich meine Gefühle nicht treffend beschreiben kann. Egal welche Wörter ich benutze, ganz gleich welche Sätze ich zu formulieren versuche, nicht annähernd kann ich das Gefühl das man Liebe nennt beschreiben.
Ein "Ich liebe dich!" bedeutet viel zu wenig in der heutigen Zeit. Viel zu viele Menschen benutzen es eher als Floskel, eher als etwas Dahingesagtes. Für mich bedeuten diese drei Wörter tausend mal mehr- doch trotzdem sträubt es mich, sie zu benutzen, denn sie drücken nicht annähernd das aus, was ich tatsächlich empfinde. Gerade weil diese drei elementar-lebenswichtigen Wörter so "normal" und "alltäglich" geworden sind, will ich sie nicht verwenden... ich würde es auch nicht tun, wenn ich nicht genau wüsste, dass mein Ein-und-Alles weiß, wie viel mir diese Wörter bedeuten.
Die Liebe ist das, was zu definieren unmachbar und über das zu Schweigen unmöglich scheint.

Werteverslust- vielleicht beschreibt das die Normalisierung von imens wichtigen Gefühlen. Nicht unbedingt die Vorstellung eines Geldhais, der von Moral und Gefühlen nichts hält, sondern allgemeiner formuliert. Jeder Mensch sollte mehr auf seine eigenen Gefühle achten, auf all die eigenen Dinge in seinem Leben, die ihm wichtig sind und die er nicht verlieren will. Doch wie erreicht man die Menschen? Wie kann man Menschen zum Halten bringen und zur Umkehr oder zur Einschlagung eines anderen Weges bringen?
Manchmal frage ich mich, ob die Leute taub sein wollen und gar nicht hören oder fühlen wollen, was Leben eigentlich bedeutet. Die Menschheit ist wie Strom- der Weg des geringsten Widerstandes wird gewählt und kein anderer. Umdenken, Umstrukturierungen, Bewegung, Veränderung- alles sehr unangenehme Begriffe so scheint es. Doch was bewegt wird, was verändert wird, was bedacht und verändert wird, ja, dass kann besser gemacht werden! Stillstand heißt Rückschritt- oft überlege ich, ob dieser aus der wirtschaftlichen Ebene stammende Ausspruch nicht auch auf die Gefühls- oder Gedankenwelt übertragbar ist. Stillstand- Herzstillstand. Das Aufhören des Herzschlages, kein Gefühl mehr haben, taub zu sein, vor allem, ja, wirklich tot zu sein. Vielleicht ein Ansatz für das Umdenken... Jeder Mensch soll natürlich sein eigenes Leben leben, um Himmels Willen, niemand will ich vorschreiben noch vorreden was er tun sollte, niemals! Es ist vielmehr ein Angebot, vielmehr die Lust auf Veränderung. Jeder muss sich letztendlich an seiner eigenen Nase packen und überlegen, ob das Leben, das er lebt auch das ist, für das er sterben würde. Doch gerade im Frühling und Sommer, wo es nichts Schöneres gibt als warme Sonnenstrahlen, die sanft und zart die Haut streicheln, wo es nichts Schöneres zu geben scheint, als die Natur und der Bund mit dieser, gerade in dieser Zeit ist Veränderung vielleicht genau das Richtige um seinem Leben das zu schenken, was mehr Sinn in eben jenes bringt: Hoffnung und noch viel mehr Liebe.
Hoffnung ist der Motor, der unser Leben am Laufen hält.
Hoffnung...

Einmal weg von Liebe und Gefühlen, hin zu der heutigen Denkensweise der Gesellschaft und Moral.
Gerechtigkeit und Recht- zwei grundlegend völlig verschiedene Dinge, die wohl beide sehr schwer zu definieren sind. Noch viel mehr: Werteverfall. Viel zu viele Menschen ruhen sich so sehr aus auf ihrer Haut, warum Veränderung und Revolution, wenn es auch bequem und faul geht? Warum seine Meinung öffentlich kund tun, warum Menschen anprangern, die Unrecht begehen? Sicher, oft sind die Versuche erfolglos, doch ich selbst will mir später in meinem Leben in keiner Sekunde den Vorwurf machen müssen, es wenigstens nicht einmal versucht zu haben. Um es in der üblich ehrvollen Sprache auszudrücken: Lieber sterbe ich bei dem Versuch Gerechtigkeit herbeizuführen oder eine nötige Revolution zu beginnen, als mein Mund geschlossen zu halten und einfach keinen Ärger zu haben. Warum denken so viele Menschen ohne jegliche Moral? Warum müssen erst Menschen sterben, damit die Menschen sehen, dass etwas falsch läuft? Warum?
Sicher, Freiheit wird hier sehr groß geschrieben, doch warum heißt es dann nahezu im gleichen Atemzuge "Die Freiheit des einen endet da, wo die des anderen beginnt."? Allerspätestens bei dem Tode dieses "anderen" MUSS die Freiheit des "einen" aufhören, doch allerspätestens hier... Doch über diese Ordnung machen sich diese sogennanten Politiker wohl keine Gedanken. Politik kommt von polis, was so viel wie Stadt oder Gemeinschaft bedeutet. Ein Politiker wäre also ein Mann, der im Sinne der Gemeinschaft handelt. Doch nur das zu sagen, was die Gemeinschaft freut, nur um wieder diese Macht zu haben, sollte dies der richtige Weg sein, ich wäre der Erste, der "Revolution" brüllt. Niemand scheint Ehrlichkeit und Ehre noch zu schätzen, alles, was in der Öffentlichkeit steht, scheint jegliche Moral zu missen, die Presse allen voran.
Nicht besser sind diese gesamten Pseudo-Musiker, die meinen, sie wüssten, worum es im Leben geht. Speziell Menschen, die über Liebe schreiben oder sogar über diese singen, sollten doch wissen, worum es sich hierbei überhaupt handelt. Ich bin ein unfassbar gefühlvoller Mensch in Sachen Liebe, ich denke, dass kann ich behaupten. Doch wenn eines dieser vermeindlichen "Liebeslieder" an mir vorbeiträllert und ich sogar nicht einmal registriere, dass Musik läuft, so frage ich mich: Menschen, die über dieses vermeindliche Gefühl singen, sind Vorbilder? Menschen, die diese seltsame Einstellung verbreiten werden zu "Stars" (obwohl ein Stern etwas Schönes sein sollte) und von Millionen bejubelt- für letztendlich leere Worte, die sie selbst nur gebrauchen, um wie die Politiker bei der breiten Masse anzukommen und Geld zu machen? Soll dies das Ziel unserer Gesellschaft und Weltordnung sein? Darf dies überhaupt jemals ein Ziel sein? Ich wäre selbst meiner Ideologie nicht treu, wenn ich von jemandem verlangen würde, meine Meinung zu teilen, aber wenn wir "homo sapiens sapiens" (sapiens bedeutet so viel wie intelligent, also sind wir heute die "doppelt schlauen" laut unserem alten Biologielehrer, den ich für diesen ironischen Ausdruck verehre) wirklich meinen, mit dieser Einstellung intelligent zu sein, so frage ich offen und ohne Gnade: Waren die Bäume nicht viel attraktiver?
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Unbeschreiblich vielleicht. Jede Membran im Körper arbeitet. Alles funktioniert. Man lebt. Man meint zu leben. Ein steinerner Weg mit Pflanzen zu beiden Seiten, ein schöner, sonniger Tag, wie eigentlich jeder andere im Sommer- eigentlich. Nur nicht für mich.
Adrenalin. Glückshormone, alles auf ein mal. Jede einzelne Zelle freut sich darauf... freut sich darauf, "sie" wiederzusehen. Überall kribbelt es, die Haut ist angespannt. Das Herz pocht. Es rast. Die Schritte werden schneller, das Herz auch, es rast, es rennt, immer schneller und da- wie ein Lichtlein im dunklen Wald, wie Wasser in der Wüste. Stille, für einen kleinen Moment... absolute Stille. Es scheint, als würde jede Zelle wie gebannt auf diesen Punkt starren, es scheint, als würde jede einzelne vor Glückseeligkeit sterben, denn da ist "sie". Es ist nur der Bruchteil einer Sekunde, ein so kleiner Teil, dass wir Menschen nicht behaupten können, wir wüssten, wie lang dieser dauert und doch ist er die Unendlichkeit. In einem so kleinen Teil unseres Lebens, in einem kleinen Hauch, sind wir erfüllt und befinden uns mehr als glücklich. Die ersten Berührungen nach langer Zeit, der erste Kuss nach vielen Stunden und Tagen. Im Vergleich zu dem, was man nun fühlt, ja, so könnte man meinen, man hätte nie gelebt. Man lebt mehr als zuvor, im ganzen Körper rauscht das Blut durch die Venen und man fühlt sich rundum wohl. Glückseeligkeit. Es war nur ein Moment, auf einem steinernen Weg, an dessen Seiten Pflanzen wachsen für die Welt, doch für mich war es unendliche Glückseeligkeit.

Worte fehlen, um Gefühle zu beschreiben. Worte fehlen, um auszudrücken, was ein Mensch in seinem tiefsten Innern fühlt und was der Mensch selber ist, bleibt doch unklar. Viele Dinge im Leben sind unberechenbar... Vielleicht gibt es diesen Zufall, vielleicht gibt es einen Plan, nach dessen Bild das Leben jedes Menschen abläuft und vorallem auch endet. Vielleicht gibt es eben jenes Schicksal, vielleicht aber auch nicht. Das Leben eines Menschen, und damit meine ich das von uns allen, kann so schnell aus der Bahn geworfen werden, kann so schnell von dem "richtigen Weg" abgeleitet und fehlgeführt werden.
Ich versuche, mich hinter meinen lächerlichen Worten zu verstecken, versuche, natürlich verzweifelnd beim Versuch, das Böse und das Unglück nicht auch über mein Leben kommen zu lassen, doch helfen die Worte, die Gedichte, all das vermeindlich Schützende rein gar nichts im Angesicht des Lebens. Ich dachte immer, Literatur könne Menschen bewegen, was für ein Narr ich doch war. Ich dachte immer, Literatur könne Fragen stellen und widerspiegeln, doch ich dachte vergebens. Ich dachte ebenso, meine Einstellung zu Liebe sei "richtig"... doch ist dem so?
Ich kenne keine Antworten auf diese Fragen und noch weniger bin ich imstande, zu begreifen, wozu ich existiere, doch über eines bin ich mir sicher: Ich kann mit meinen Worten weder bewegen, noch fragen, noch widerspiegeln, alles was ich kann... ist sie sagen. Und auch das... ja, auch das ist vergebens. Vielleicht ist es sinnvoll nie wieder zu schreiben... nie wieder zu denken... nie wieder nach einem Sinn fragen... doch bedeutet dies für mich persönlich nie wieder zu leben. So wäre das Leben, jedenfalls das meinige, bedeutungslos. Vielleicht eine Pause, um von allem Abstand zu gewinnen... Aber eine Pause vom Leben... bedeutet dies nicht Tod? Kann man Abstand zu etwas Überlebensnotwendigem finden, ohne selbst dabei um das Leben zu fürchten? Vielleicht kann man es... vielleicht auch nicht. Ich werde sehen...

Ich gehe eine einsame Straße entlang. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Weg schon gegangen bin. Hinter mir liegt meine Vergangenheit, meine Zukunft und meine Gegenwart zugleich. Ich kann dieses Leben nicht bewältigen, nicht so, wie es gedacht ist. Ich sehe nichts mehr, in diesem Leben, alles, was ich zu sehen vermag, ist ein graues und altes Abbild meiner Selbst in einer der unzähligen Pfützen auf dem Boden. Es regnet. Immer mehr. Immer lauter werden die Tropfen, die sich einsam den Weg auf die Erde bahnen, um dort ebenso einsam zu sterben. Ratlos, nicht hilflos, unfähig, nicht unbegabt, ungebildet, nicht dumm. Ich will dieses Leben als Ich leben und nicht in meiner Rolle, aus der ich immer wieder zu entfliehen versuche. Zu oft verletzt mein Ich Personen, zu oft verletzt mein Leben das der anderen. Ich irre umher, Schutz suchend, Hilfe suchend, doch ich suche vergebens. Nirgends gibt es Wärme, überall nur die Kälte, die Einsamkeit und die Bamherzlosigkeit der Welt. Die Regentropfen reissen mein Abbild und auch mich langsam in Richtung Abfluss. Immer mehr verschwinde ich von dieser Welt, immer mehr spült mich das Wasser hinweg. Nichts und niemand, der mir Halt gebietet. Meine Seele und mein Leben vermischen sich mit dem grauen Wasser und werden in die Tiefe hinabgezogen, hinfort, nicht mehr existent. Das Leben scheint mich selbst nicht zu wollen, will ich doch nichts mehr als Liebe und sie. Vielleicht ein Sprung in's Leere, vielleicht der Sprung in den Tod, doch mit dem Gewissen, sie zu lieben und für sie da zu sein. Zu früh liegt so viel in Scherben, zu selten die Momente. Einsamkeit. Taubheit. Ohnmacht. Der Kreis des Lebens scheint sich dort zu schließen, wo der Mensch nicht mehr ist als graues Wasser, vermischt mit Dreck und anderem Unrat. Vielleicht den Sinn des Lebens gefunden. Vielleicht nur Verzweiflung. Vielleicht nur Trauer und Angst-

Das Leben ist seltsam. Manchmal ist die Ironie des Lebens ganz schön bitter, manchmal einfach nur verwirrend. Heute wird es ein klein wenig persönlicher:
Ich lese zur Zeit Stiller, von Max Frisch. Ich habe jetzt schon ein Paar Bücher von Frisch gelesen und seine Theorien und Thesen gefallen mir wirklich sehr gut.
Frisch beschreibt auf Seite 252 Stillers Charakter aus einer speziellen Sicht (ich will nicht zu viel verraten). Nun, mein ganzes Leben lang dränge ich zu Einzigartigkeit, zu einem Dasein als Individuum, zu einem Leben mit der Gewissheit, dass ich besonders bin. Frisch starb 1991, er kannte mich nicht, noch hätte er ein Wort mit mir wechseln können. Doch die Charakterisierung von Stiller in dem gleichnamigen Roman könnte so passend, so vortrefflich und präzise die meinige sein. Frisch scheint mich in und auswendig zu kennen, scheint mich besser zu kennen als ich selbst, scheint meine Psyche und mein ganzes Dasein komplett durchleuchtet zu haben und das ohne mich jemals gesehen, noch von mir gehört oder gelesen zu haben. Wie unfassbar es war, diese Stelle zu lesen. All meine Träume von Einzigartigkeit und Besonderheit! Wie lächerlich! Wie überheblich! Wie arrogant!
Immer wieder die Frage: Bin ich Stiller, und noch viel mehr: Wie viele Stiller gibt es noch? Bin ich wirklich nichts weiter als eine Romanfigur, geschaffen und gemacht, so wie tausend andere auch?

Und wieder bin ich so überrascht, wie unfassbar schnell sich das Leben doch wenden kann... Welche Illusionen ich hatte, welche Arroganz. Nichts und niemand, und doch alle und jeder. Wie eine Kugel ein Loch in einen Körer fetzt, so ist auch wieder der dunkle Fleck. Einsamkeit. Bevorstehende Einsamkeit. Unwille. Ist das Leben denn nicht mehr, als eine einzige große Bestrafung? Was habe ich verbrochen, dass ich mit meiner größten Angst bestraft werde? Ich wollte nie Böses in meinem Leben, auch wenn ich andere verletzt habe, wollte ich doch nie Schlechtes. Wenn es einen Gott gibt- warum will er, dass ich leide? Ist es diese Bestrafung, die sich Leben nennt? Ist es denn eine oder ist es überhaupt?
Alle meine Träume... mal wieder vernichtet. Wie in der Vergangenheit... Ist das Leben denn ein einziger Kreis? Muss ich immer wieder von vorne beginnen? Ich will nicht aufgeben, doch Gott als Gegner zu haben- nein, ich sollte den Satz nicht zu Ende führen. Es bleibt mal wieder nicht mehr als Hoffnung, ein kleines Ästchen... Gewohnheit, nur Hoffnung in sich zu tragen. Sollte ich darüber glücklich sein? Eher darüber weinen, wie kläglich und jammernd ich doch durch das Leben ziehe. Bin ich zu schwach, um zu leben und würde ein anderer Mensch genauso daran zerbrechen, wenn er tag täglich mit seiner größten Angst zu kämpfen hat? Bin ich wirklich so schwach und nichts weiter als eben jener Regentropfen, der auf das Haupt eines anderen fällt, sich danach seinen Weg in die grauen und kalten Abwässer bahnt und nie erfährt, was Leben wirklich bedeutet? Nichts weiter als ein Schwätzer, der keine Taten zu kennen vermag? Nie hatte ich mehr Fragen auf meinem Rücken als jetzt und nie würde ich lieber aufgeben und mich hinlegen als jetzt- aber ich werde nicht, dass weiß ich. Denn indem ich mich ausruhe und hinlege zeige ich nur eins: Ich bin schwach- zu schwach. Das will ich nicht sein, doch ist vielleicht genau diese Differenz an meinem Unglücklichsein schuld, vielleicht bin ICH schwach, aber ich will nicht ich sein. Meine Identität? Man nennt mich Tim, doch nie würde ich sagen: Ich BIN Tim. Wenn ich nie war, waren ebenso die letzten 17 Jahre nicht. Vielleicht alles nur eine Bestrafung, für das, was noch kommt... ich hoffe nicht.

Wie doch alle Menschen passen. Alle sind sie rund, keiner hat Ecken, an die man stößt, keiner besitzt Kanten, die kratzen könnten. Alle passen sie perfekt, sind rund, abgestimmt. Wie passend sie alle gemacht sind für die Gesellschaft. Wie hineingezwängt und hineingedrückt in ihre Rolle, die sie bis zu ihrem Tod zu tragen haben, und das Schlimme: Sie glauben selbst, dass sie eben jene Rolle auch sind. Sie meinen, sie wären eben jenes Schauspiel, jene Lüge letztendlich. Wie leichtgläubig sie doch alle sind! Keiner traut sich mehr das zu sagen, was er denkt, alle lesen sie die Zeitung und zitieren, definieren ihre Intelligenz darüber. Haben sie doch keine Ahnung, was sie erleben könnten, wenn sie auch einmal "Nein!" sagen. Aber das können sie nicht, die Blinden und Toten unserer Zeit.

"Liebesentzug darf niemals eine Bestrafung sein."
Was meint dieser Satz?
Bedeutet er, dass wenn Liebesentzug eine Bestrafung wäre, man eben jenen Entzug nicht mit Liebe in Verbindung bringen darf? Ich denke schon. Wenn man jemanden liebt, sei's dahingestellt wie sehr, darf es niemals Aufgabe noch Pflicht der Liebe werden, den anderen zu verletzen. Liebesentzug als Bestrafung zeigt nur ein einziges: Unwissen und Dasein als Unmensch. Wer dem anderen mutwillig Liebe entzieht, hat weder ansatzweise verstanden, noch wird eben jener jemals begreifen, wie sich Liebe definieren könnte.

Wo sind die Taten? Niemand handelt... Alle denken sie, alle sagen sie- aber handeln sie? Wie ohnmächtig sie werden, wenn man von unangenehmen Wörtern wie Aufstand oder Meinung redet. In deren Augen ist es doch nur lächerlich und idiotisch, die Meinung laut zu äußern und noch wichtiger- zu vertreten- oder auch zu handeln. Man hat das unendliche Glück die Macht über sein eigenes Leben in den Händen zu halten, doch ist zu feige Entscheidungen zu treffen? Will nicht entscheiden? Man wird ohnehin entschieden, unbemerkt, ohne es wahrzunehmen. Doch zählt nicht auch der Versuch? Ungerechtigkeit ist der Lohn, den sie sich verdient haben durch ihr Schweigen. Und wir sollen intelligent sein... wer's glaubt!

Ich bin Existenzialist. Und eben jener bin ich in extremster Weise.
Wo ist die Gerechtigkeit? Man kann nichts bewirken... rein gar nichts. Warum werden die Menschen, die nichts Böses getan haben bestraft? Warum? Warum wird denen Menschen, die keine Schuld trägt, die Existenz geraubt, auf bestialische Art und Weise? Oft hört man "Das hat er/sie gar nicht verdient!"... Was für leere Worte es doch sind, wie so viele, die heutzutage gesprochen werden. Aber ich will nicht vom Thema abweichen: Wie kann man von Gerechtigkeit sprechen? Von Gott und seinem göttlichen Gericht? Wo ist denn dieser scheinheilige Gott, denn die Kirche vertritt? Der gute Menschen so bitter bestraft, fremdes, feindliches Leben in gutes Fleisch setzt und zusieht, wie eben jenes Fleisch langsam zerfressen wird? Dieser Gott ist eine Lüge. Er existiert nicht. Nicht jener Gott, nicht der Gott, auf den diese Beschreibung der Bibel passen würde. Reisst Glieder aus einer Kette, die zusammenfällt, ein Glied, das kein anderes ersetzen kann. Ohnmacht und Machtlosigkeit... Wie machtlos wir Menschen doch trotzalledem gegenüber diesem so genannten Schicksal sind! Nichts weiter als ein paar Finger sind wir, gegen zwei Fäuste. Und zerbrechen und bersten werden wir eines Tages alle an dieser Faust. Manche früher und ungerechter, manche später... doch gerecht?

Wie kann man einem Menschen klar machen, dass man ihn liebt? Wie bedeutungslos sind die Worte "Ich liebe dich" geworden?
Ist Aufopferung nicht der größte Beweis der Liebe? Oder nur eine ironische Selbstjustiz, ein versuchter Ausbruch aus sich selbst? Ich bin so ratlos... was tun? Handeln? Wie? Es gibt (wieder einmal) so viele Fragen... Jeder Mensch will nichts weiter als Glückseligkeit, ist das denn zu viel verlangt? Wenn zwei Menschen miteinander glücklich sind, ist denn dann nicht egal was der eine für den anderen tut, wenn sie ohnehin glücklich sind? Man braucht für alles Zeit, vorallem, um zu begreifen, welchen Gefühlen man folgt und welchen besser nicht.

Wieder eine Geschichte zum Schmunzeln:
Eine Bekannte von mir antwortete mir folgenden Satz, nachdem ich ihr sagte, meine Freundin und ich haben bis jetzt noch nicht telefoniert (diese ist ausnahmsweise mal nicht da): "Vielleicht will sie telefonieren und du weißt das nur nicht, sie würde sich vielleicht über einen Anruf freuen [...] und wenn du sie so sehr lieben würdest, würdest du ihr auch anrufen nur um ihre Stimme zu hören."

Nun, eine romantische Aussage. Nur um die Stimme des Anderen zu hören, anzurufen. Wirklich sehr romantisch, zweifelsohne. Witzigerweise sehe ich die Liebe als bedingungslos, sie verlangt nichts, sie will nicht, sie ist da. Nun, der Satz "wenn... dann..." ist leider eine Bedingung- und hat meiner Meinung nach nichts mit Liebe zu tun. Letztendlich ist es Vergewaltigung. Der Partner wird durch die Erpressung "wenn/ wenn nicht... dann.." auf bestialischste Art und Weise gefoltert und missbraucht. Ich begreife nicht, wie Liebe zu einem so komerziellen und gewöhnlichen Begriff werden konnte... Ich platze vor Wut, wenn ich soetwas höre. Als wäre Liebe nicht mehr, als das bloße Verlangen nach Stimme, nach Nähe. Keine Frage: Ohne Zärtlichkeit und Wärme würde auch ich nicht überleben, aber: Liebe ist in mir, nicht in meinem Ohr, nicht in meinem Auge, nicht in meinem Kopf. Ich kann nicht einmal sagen, wo sich diese in mir befindet. Noch kann ich sagen, ob man dieses Gefühl Liebe nennt, oder ob Gott vielleicht unter Liebe etwas völlig anderes verstand. Für mich ist Liebe anders. Ich bin verrückt. Doch der Unterschied: Ich bin froh darum, ich bin glücklich damit.
Wenn all diese Menschen ihrer selbstverschuldeten Ungerechtigkeit hinterherrennen und fluchen, dann sollen sie dies tun, doch mich nicht für Verrückt erklären, nur weil ich nicht bin wie andere, weil ich nicht mit der Masse gehe, sondern Individuum sein will. Ich lasse mir dieses wertvolle Gut frei zu sein und selbst sein zu dürfen von niemandem nehmen noch von jemandem einschränken. Ich werde meine Faust immer wieder erheben gegen Ungerechtigkeit, gegen Unterdrückung, gegen Lüge, gegen Betrug, gegen Untreue. Und so seltsam mich dann auch die Anderen ansehen mögen, ich kann mit mir selbst leben und sagen: Ich heiße Teuscher.

Bittersüß ist die Liebe. Ein Lachen des Partners, wann man selbst in Rage über eben jenen ist, eine Beleidigung und eine Folter. Wie kann man nur glücklich sein, wenn der andere es nicht ist, oder noch genauer: Wie kann man nicht merken, dass der andere nicht glücklich ist?
Wie ich dieses lächerliche Spiel hasse, wie ich diesem lächerlichen und vermeindlichen Bild doch gern entkommen können würde. Niemand hat das Recht, mich so zu quälen und dann über mich zu spotten, über mich zu lachen. Meine blutende Seele sieht das anders. Wie bittersüß sie doch ist, die Liebe...



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